Golden State Warriors – Cleveland Cavaliers 14.06.2016 03:00

By | Juni 12, 2016
  • Spiel 1: GSW – CLE 104-89
  • Spiel 2: GSW – CLE 110-77
  • Spiel 3: CLE – GSW 120-90
  • Spiel 4: CLE – GSW 97-108
  • Stand: 3-1 Golden State Warriors

Matchball Golden State. Der amtierende Meister hat sich durch den 108-97 Erfolg in der Halle Cleveland Cavaliers den ersten Matchball in ihrer Finals-Serie erspielt. Während die Cavs ihren Heimvorteil nicht nutzen konnten, zeigten auf Seiten der Warriors Steph Curry und Klay Thompson endlich gute Leistungen und brachten ihre Mannschaft mit gemeinsam 63 Punkten auf die Siegerstraße.

Vor allem der MVP, Steph Curry, überzeugte mit 38 Punkten, verwandelte 7 seiner 13 Dreipunktewürfe und legte damit den Grundstein für den Sieg. Bei Cleveland kehrte Kevin Love nach seinem verletzungsbedingten Ausfall in Spiel 3 wieder zurück, kam aber nur von der Bank und erzielte in 25 Minuten 11 Punkte und 5 Rebounds. Kyrie Irving (34 Punkte) und LeBron James (25, 13, 9) übernahmen bei den Cavs Verantwortung und nahmen in der zweiten Halbzeit fast alle Aktionen für ihr Team. Reichen sollte es allerdings nicht und so verloren die Cavs das erste Heimspiel in den Playoffs.

Die Warriors hatten sich vorgenommen von Anfang an hellwach zu sein. Nachdem sie in Spiel 3 überrumpelt wurden und Toughness und Einstellung vermissen ließen, sparte Kerr nicht an Kritik („Wir waren soft“) und so war die Marschroute klar. Das Vorhaben setzte die Mannschaft in die Tat um und so verhinderten sie, dass die Cavs zu Beginn des Spiels davonzogen. Es entwickelte sich ein offenes Spiel, in dem sich keine Mannschaft absetzen konnte und so ging es beim Viertelendstand von 28-29 in die erste Pause.

Hier überraschte Coach Kerr dann mit einigen ungewohnten Einwechslungen. Während Ezeli und Barbosa in den ersten Spielen noch wichtige Minuten spielten, waren es heute Spieler wie James McAdoo oder Anderson Varejao, die von Kerr den Vorzug erhielten. Beide machten einen guten Job und gaben ihren Mitspielern eine Chance zur Pause. Cleveland wusste daraus allerdings keinen Profit zu ziehen und so blieb das Spiel weiterhin ausgeglichen. Erst zum Ende des Viertels konnten sich die Hausherren einen kleinen Vorsprung herausspielen und beim Stand von 55-50 für die James und Co., waren die Fans und die Mannschaft der Cavaliers zur Halbzeitpause zufrieden.

Doch auch die Warriors waren nicht unzufrieden, wie Kerr nach dem Spiel sagte. Er lobte sein Team für die gute Einstellung und den großen Kampf die seine Mannschaft an den Tag legte.

Nach der Pause erhöhten die Cavs ihre Führung sofort auf acht Punkte und der Druck auf Golden State wurde größer. Doch nun zeigten Curry und Thompson, dass sie heute im Spiel waren und erzielten die ersten 16 Punkte für Golden State in Halbzeit 2. Die Cavs konnten aber dagegenhalten und führten noch immer mit drei Punkten. Iguodala und Curry verwandelten anschließend aber zwei Dreier für Golden State, die vier Minuten vor Ende des Viertels plötzlich führten (72-69). Bis zum Ende des Viertels egalisierten sich die beiden Mannschaften dann aber und beim Stand von 79-77 für die Gäste ging es in die letzte Viertelpause.

Während Kerr wieder munter durchwechselte, ließ Cleveland-Coach Lue nun seine Starter auf dem Feld, um zu versuchen einen kleinen Lauf zu starten. Dieser Schachzug ging aber nicht auf und obwohl LeBron und Kyrie fast alle Würfe im letzten Viertel nahmen, verpassten die Cavs leider ihre Chance sich eine Führung zu erspielen. Golden State behauptete die Führung und Harrison Barnes konnte die Führung mit einem Dreier sechs Minuten vor dem Ende auf 93-84 erhöhen. Die Cavs fanden keine Mittel mehr entscheidend zu verkürzen und Golden State behielt die Nerven an der Linie. Curry erzielte 11 der letzten 15 Warriors-Punkte und wurde damit zum spielentscheidenden Mann.

Am Ende war der 108-97 Sieg der Warriors verdient und mit der 3-1 Führung im Rücken, haben sie nun drei Chancen den Titel zu verteidigen. Natürlich ist dabei das große Ziel, sich den Titel durch einen Heimsieg in Spiel 5 zu sichern.

Golden State Warriors – Cleveland Cavaliers Aussicht Spiel 5

Die große Frage vor Spiel Nummer 5 drehte sich um Draymond Green. Nachdem dieser mit LeBron James an einander geriet und James über ihn drüberstieg, bewegte Green seinen Arm beim Aufstehen zweimal Richtung James und es machte den Eindruck, als schlage er ihm absichtlich zwischen die Beine. Die Diskussionen in den sozialen Netzwerken entbrannten sofort, auf Grund Greens Vergangenheit und den vielen fragwürdigen Szenen in die er verwickelt war. Die Liga ließ verlauten, dass sie sich den Vorfall nochmal angucken wird und so begann das Bangen der Warriors-Fans.

Sollte Green nachträglich ein technisches oder unsportliches Foul zugesprochen bekommen, wäre er automatisch für das kommende Spiel gesperrt, was für Golden State natürlich ein großer Nachteil wäre. Schließlich hatte Green bisher entscheidenden Einfluss in dieser Serie, konnte er James und Co. in der Defensive ordentlich zusetzen, aber auch offensiv, wie in Spiel 2, Akzente setzen.

Schlussendlich kam es tatsächlich zu dem, wovor sich die Warriors fürchteten. Die NBA entschied nachträglich auf unsportliches Foul und somit ist Green für Spiel 5 gesperrt. LeBron bekam für seine Unsportlichkeit ein technisches Foul, was jedoch keine Auswirkungen hat.

Da Green fehlt, steigen die Chancen der Cavs natürlich und die Warriors sind zur Improvisation gezwungen. So war Green der einzige Spieler der Warriors, der bei allen Siegen in dieser Saison dabei war. Fakt ist jedoch auch, dass Curry und Thompson wieder besser ins Spiel fanden und sie auch ohne Green äußerst gefährlich werden können.

Unklar bleibt währenddessen, wie die Cavs auflaufen werden. In Spiel 4 entschied sich Cavs-Coach Lue dazu, Kevin Love von der Bank kommen zu lassen, doch der Forward von Cleveland machte seine Sache gut und da das Team verlor, wäre ein Start von ihm durchaus wieder denkbar. Die Coaches ließen sich bisher nicht in die Karten gucken und so darf man gespannt sein, wie sie auf Greens Ausfall reagieren werden.

Ein anderer, wichtiger Punkt ist im Hinblick auf Spiel 5 ist sicher die Defensive der Cavaliers. In Spiel 4 ließen sie die Warriors 17 Dreipunktewürfe treffen und sie damit einen neuen Finals-Rekord aufstellen. Steph Curry zog zudem an Ray Allen vorbei als einziger Spieler, der in drei Finals-Spielen sieben oder mehr Dreier traf. Cleveland brachte es selbst nur auf sechs getroffene Dreier, sodass der Vorsprung der Warriors auch erklärt wäre.

Aber auch das Rebounding bleibt wichtig. In Spiel 4 starteten die Cavs besser und dominierten vor allem das offensive Brett. In Halbzeit 2 drehte Golden State den Spieß allerdings um und auch wenn Warriors-Coach Kerr überrascht war, hatte Golden State am Ende drei Rebounds mehr als die Cavs. Ohne Green könnte sich dies zwar ändern, doch da sich der Meister zuletzt auch bei den Ballverlusten besser anstellte und die Assist-Zahlen ebenfalls belegen, dass die Warriors hier cleverer bzw. besser waren, werden sie diese Vorteile auch ohne Green versuchen für sich zu nutzen.

LeBron, der 46 Minuten spielte, kam zudem nur viermal an die Freiwurflinie. Zu Beginn des Spiels passte er den Ball vielleicht zu oft auf den freien Schützen, doch Tyronn Lue hielt dies trotzdem nicht davon ab, sich am Ende über fehlende Pfiffe gegen James zu beklagen. Die 25.000 Dollar-Strafe nahm er gerne in Kauf in der Hoffnung, die Schiedsrichter im Hinblick auf Spiel 5 neu zu sensibilisieren.

Die Cavs versuchen es also mit allen Mitteln und müssen dies auch. Da Curry und Thompson wieder gut drauf sind, die Warriors auch bei großer Rotation nicht enttäuschten und von außen wieder sehr gefährlich waren, haben sie grundsätzlich einige Vorteile auf ihrer Seite. Sie wiederholten zudem immer wieder, wie schwer Spiel 5 wird und so kann man sich sicher sein, dass die Einstellung stimmen wird. Ob Greens Fehlen nun der entscheidende Punkt ist sei aber dahingestellt, spielten die Cavs schließlich auch besser, als mit Love einer der drei besten Spieler passen musste.

Die Cavs stehen letztlich mit dem Rücken zur Wand und wollen den Ausfall von Green unbedingt für sich nutzen. Es scheint aber, als würde der rote Faden im Spiel von Cleveland fehlen. James lässt zum Teil die letzte Aggressivität zum Brett vermissen und Irvings Spiel lebt durch Einzelaktionen. Auch Smith und Love konnten der Serie bisher nicht den entscheidenden Einfluss geben und man weiß nicht genau, ob James nochmal sein ganzes Können auspackt oder er weiter versucht, das Team einzusetzen.

Bei Golden State fokussiert sich das Spiel natürlich auf Curry und Thompson, doch auch die Rollenspieler konnten in der Serie bisher überzeugen. Dass Green als Bindeglied nun fehlt ist natürlich ein Nachteil, doch mit den Fans im Rücken, den wieder erstarkten Curry und Thompson und einer top funktionierenden Mannschaft, denke ich, dass sie das fünfte Spiel trotzdem gewinnen können.

Tipp

Die Niederlage in Spiel 3 war ein Ausrutscher und auf fehlende Einstellung zurückzuführen und auch wenn ich für die Serie einen 4-3 Sieg vorausgesagt hatte, überzeugten mich die Warriors als Gemeinschaft so sehr, dass ich ihnen den Sieg heute auch ohne Green zutraue. Zudem hinterließen die Cavs einige Fragezeichen und daher denke ich, dass Golden State sich am Ende des Spiels über den back-to-back Titel freuen kann.

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