NBA-News am 15.02.2015

Zach LaVine macht Dunk Contest zur One-Man-Show

Der Rookie der Minnesota Timberwolves zeigte gestern Nacht mit all seinen vier Dunks eine lange verloren geglaubte Mischung aus Flair, Kraft und Athletik. Keiner seiner drei Konkurrenten konnte mit dem 19-Jährigen mithalten, der nun nach Kobe Bryant 1996 der zweitjüngste Champion des Dunk Contests ist. Auch Victor Oladipo, der es mit LaVine ins Finale schaffte, hatte keine Chance.

Der Slam Dunk Contest war in den letzten Jahren immer die Hauptattraktion des Samstags des All-Star-Wochenendes, auch wenn, besonders bei den letzten Ausgaben des Wettbewerbs, kaum Innovationen oder besondere Atmosphäre aufkam. Es schien, als ob alle gezeigten Druckkorbleger schon einmal gezeigt worden wären. Dwight Howard, Gerald Green und Nate Robinson der Zen-Meister des Dunks, Vince Carter, hatten sie uns alle schon präsentiert.

Die Teilnehmer der letzten Jahre ließen sich zwar spektakuläre Showeinlagen und Spielereien einfallen, der Funke wollte aber trotzdem nicht richtig überspringen. Auch die vermeintlichen Weiterentwicklungen des Contests durch die NBA funktionierten nicht. Beim gestrigen Wettbewerb traten wieder wie schon vor zwanzig Jahren vier Athleten gegeneinander an. Jeder zeigte zwei Dunks. Die zwei besten Athleten durften im Finale noch einmal zwei Druckkorbleger vorführen.

Zach LaVine zeigte der Konkurrenz schon mit seinem ersten Jam, dass an ihm heute kein Vorbeikommen war. Mit 50 Punkten erhielt er von der Jury für seinen vom Looney-Tunes-Klassiker „Space Jam“ inspirierten Dunk die Höchstwertung. Ab diesem Moment war klar, dass hier im Grunde ein Wettbewerb überflüssig war, LaVine konkurrierte nicht mehr mit Oladipo, Plumlee oder Antetokounmpo, sondern mit der allgegenwärtigen Schwerkraft. Die Dunks von LaVine würden auch im Vergleich mit Leistungen von Howard, Green, Carter, und Bryant in vorherigen Ausgaben des Wettbewerbs nicht untergehen.

Im Finale distanzierte LaVine seinen Gegner Oladipo mit einer Wertung von 94-72 Punkten nach zwei Dunks. „Ich bin überwältigt. Ich fühle mich, wie in einem Traum, der wahr geworden ist“, stotterte der Rookie nach dem Event in die Mikrofone. Gut zu wissen, dass auch er selbst merkte, dass dies nicht der Durchschnitts-Dunk-Contest der letzten Jahre war. Scrollt runter um das Video mit ALLEN Dunkings von Lavine zu sehen.

Stephen Curry schießt die Lampen aus

Auch der Aufbauspieler der Golden State Warriors legte im Dreier-Shootout eine erstklassige Leistung hin. Besorgniserregende 27 Punkte kleisterte der 26-Jährige in der Finalrunde gegen seinen Teamkollegen Klay Thompson und Kyrie Irving von den Cleveland Cavaliers auf die Anzeigetafel. Er traf 13 Würfe in Folge.

Wie hochgradig das Event besetzt war, zeigt schon die Liste der Teilnehmer, die es nicht über die erste Runde hinaus schafften. Der Topscorer der Liga James Harden von den Houston Rockets musste mit seinen 15 Punkten nach der ersten Runde seine Sachen packen. Ebenso der Vorjahreschamp Marco Belinelli, der immerhin 18 Punkte erzielte.

Selbst der All-Star der Atlanta Hawks, der in dieser Saison mehr als die Hälfte seiner Dreier versenkt, durfte nicht noch ein zweites Mal werfen. Kyle Korver, der in Bezug auf Wurfquoten auf dem Weg ist, eine historische Spielzeit hinzulegen, kam nur auf 18 Zähler. Auch J.J. Redick von den Los Angeles Clippers und Wesley Matthews von den Portland Trail Blazers schieden bereits in Runde eins aus.

Die übrigen drei Teilnehmer lieferten sich ein erbittertes Duell um die Dreierkrone, das am Ende sehr verdient Stephen Curry für sich entschied. Kyrie Irving konnte an seine gute Leistung aus der ersten Runde nicht anknüpfen und seine 23 Punkte nicht toppen. 17 Zähler hatte er nach allen Würfen auf dem Konto. Danach legte Curry seine Monsterrunde hin. 13 Dreier in Folge, 27 Punkte insgesamt. Darauf hatte auch Klay Thompson, seines Zeichens zweites Mitglied der „Splash-Brothers“ keine Antwort.

Patrick Beverley entscheidet Skills Challenge für sich

Der Point Guard der Houson Rockets ließ sich nicht beirren und besiegte im Finale Brandon Knight von den Milwaukee Bucks. Zwar hatte Beverley in allen Runden Probleme den Ball per Brustpass durch eine Art Torwand zu spielen, traf jedoch immer im ersten Versuch den Wurf von der Freiwurflinie und zog so an seinen Kontrahenten vorbei.

Schon nach der ersten Runde war klar, dass den Vorjahressiegern keine Titelverteidigung gelingen würde. Nachdem Damian Lillard seine Teilnahme im Vorfeld des Events abgesagt hatte, blieb es Trey Burke von den Utah Jazz vorbehalten, um den Gewinn zu kämpfen. Doch schon in der ersten Runde war gegen den späteren Finalteilnehmer Brandon Knight Schluss.

Auch der für Jimmy Butler nachnominierte Dennis Schröder schaffte es nicht die erste Runde zu überstehen. Er verlor gegen Kyle Lowry von den Toronto Raptors. Auch Schröders Teamkollege und All-Star Jeff Teague konnte die Skills Challenge nicht für sich entscheiden. Gegen Patrick Beverley sah der pfeilschnelle Point Guard kein Land.

Dikembe Mutombo und Tim Hardaway bald in der Hall of Fame?

Wie das Komitee der Hall of Fame gestern Abend im Madison Square Garden mitteilte sind die beiden Ex-NBA-Profis in der Finalrunde um die Aufnahme in die Ehrenhalle. Anfang April wird entschieden, wer den Sprung in die Ruhmeshalle schafft.

Dikembe Mutombo war einer der ersten Spieler aus Afrika, der in der NBA für Furore sorgte. Nicht nur seine sympathische Art und seine sehr tiefe Stimme machten den 2,18 Meter großen Center zu einem der beliebtesten Spieler. Obwohl das Offensivspiel des gebürtigen Kongolesen während seiner gesamten Karriere kaum über Dunks oder Korbleger hinaus ging, wurde er acht Mal ins All-Star-Game gewählt.

Legendär sind jedoch seine Defensivfähigkeiten und sein „Finger Wag“. Nach einem geblockten Wurf winkte der Center mit seinem Zeigefinger und schüttelte den Kopf. Mutombo beendete seine Karriere erst 2009 im Alter von 42 Jahren, nachdem er sich bei der Landung nach einem Sprung zum Rebound verletzte. Insgesamt verbrachte er 18 Saisons in der besten Liga der Welt.

Neben Mutombo steht auch Tim Hardaway in der finalen Runde. Der ehemalige Aufbauspieler sorgte vor allem mit seinem Crossover-Dribbling für Furore und hundert Highlight-Plays. Der 48-Jährige verbrachte zischen 1989 und 2003 14 Saisons in der NBA und wurde fünf Mal All-Star. Zusammen mit Mitch Richmond und Chris Mullin bildete er unter Coach Don Nelson zu Beginn der 90er Jahre bei den Golden State Warriors das Trio „Rum TMC“. Seine exzellenten Passfähigkeiten gepaart mit Richmond Athletik und Mullins Wurfstärke machten die Warriors zu einer Highlight-Maschine. Zwar reichte es für Hardaway nie zu einer Meisterschaft, dennoch gilt er als einer der besten Aufbauspieler der 90er Jahre.

MVP-Wahl bald Sache der Spieler?

Diesen Vorschlag machte gestern Kevin Durant auf der Pressekonferenz des All-Star-Games. Seiner Meinung nach wäre es am fairsten, wenn die Spieler der NBA selbst den MVP, Sixth Man of the Year, Defensive Player of the Year und die Gewinner all der anderen jährlich vergebenen Awards wählten.

„Meiner Meinung nach habt ihr Medienleute zu viel Macht bei solchen Wahlen. Warum sollten nicht die wählen dürfen, die das Spiel am Besten beurteilen können? Das sind nun mal die Spieler selbst“, bekräftigte der amtierende MVP seinen Vorschlag.

Und nun zum Genießen

https://www.youtube.com/watch?v=81kl8u2DBac